Boarischer Lenz 28. April 2017

Tag des Brauchtums auf dem Frühlingsfest 30. April 2017

Fest der Blasmusik und Tracht am Viktualienmarkt 11. Juni 2017

Einzug der Festwirte und Brauereien 16. September 2017

Trachten- und Schützenzug  17. September 2017

Oide Wiesn 16. September – 3. Oktober 2017


Pressebericht „Zwei Wettbewerbe, ein Ziel!

Zwei Wettbewerbe, ein Ziel!

Bläserklassen- und Bayerisch-böhmisch-Wettbewerb fördern die bläserische Volksmusik

 Der Festring München e.V. arbeitet in seinen Bemühungen rund um den Erhalt und die Pflege des Brauchtums seit einigen Jahren mit dem Bayerischen Blasmusikverband (BBMV) und dem Musikbund von Ober- und Niederbayern (MON) zusammen. Die beiden wichtigsten Kooperationsprojekte sind der Bayerisch-Böhmisch-Wettbewerb und ein Bläserklassenwettbewerb, der sich an die jüngsten Bläser richtet. Beide Wettbewerbe verfolgen ein Ziel: Die Etablierung und Verankerung der bläserischen Volksmusik im heutigen Repertoire der bayerischen Blaskapellen. 

Durch eine mitreißende Aufführung des „Haberstroh-Landlers“ beim Bläserklassenwettbewerb im vorigen Jahr hat der Bayerische Blasmusikverband in Absprache mit dem Festring München beschlossen, Volksmusikstücke für Bläserklassen arrangieren zu lassen. Die bisherige Literatur für diese jüngsten Bläser besteht derzeit durch die internationale Ausrichtung der großen Musikverlage hauptsächlich aus internationalen, englischsprachigen Volksliedern oder einfachen Popsongs. Wolfgang Grünbauer, Chef der Festkapelle des „Festzelts Tradition“ auf der „Oidn Wiesn“, hat sich der Aufgabe angenommen, nun auch bayerisches Volksliedgut und traditionelles Spielgut für Bläserklassen einzurichten.

Bei der diesjährigen Austragung des BBMV-Bläserklassenwettbewerbs waren die teilnehmenden Bläserklassen nun angehalten, mindestens ein Stück aus dem neu geschaffenen Volksmusikrepertoire für Bläserklassen in ihrem Wettbewerbsprogramm aufzuführen. „Das kam auch super an“, freute sich Georg Weihmayer, Leiter von gleich zwei Bläserklassen aus dem Lechrain zwischen Landsberg und Augsburg und mit beiden beim Bläserklassenwettbewerb vertreten. Durch die neue Wettbewerbsordnung sollen die Bläserklassen ihren Horizont ausweiten und nicht nur „Old McDonald had a Farm“ und derlei internationales Liedgut spielen.

Für den Festring München ist die Unterstützung des BBMV in Sachen Bläserklassen-Stücke und Bläserklassenwettbewerb eine lohnende Investition: „Das sind schon enorme Mittel, die wir hier einsetzen und hoffen dann natürlich, dass es ein Erfolg ist. Und das ist es auch!“, versichert Karl-Heinz Knoll, Präsident des Festrings München. „Unsere Erfahrungen sind, dass die Eltern und Lehrer den neuen Stücken skeptischer gegenüber gestanden haben als die Kinder. Die Kinder waren aber ganz begeistert von den Landlern und den Märschen. Ich finde es wirklich toll, dass man den Kindern auf diese Weise unsere bayerische Blasmusik näherbringen kann.“

Durch die Unterstützung des Festrings München kann der Bläserklassenwettbewerb im Augustiner-Keller und im Löwenbräukeller ausgetragen werden – so sind schon die Veranstaltungsorte sehr beeindruckend und ein Erlebnis für die Kinder, die sich mit ihren Lehrern am Bläserklassenwettbewerb beteiligen.

Ebenfalls in einer Traditionsgaststätte der Landeshauptstadt findet der Wettbewerb „Einmal Bayerisch, einmal Böhmisch“ des Musikbundes von Ober- und Niederbayern statt. Seit zwei Jahren wird dieser Wettbewerb mit der Unterstützung des Festrings München ausgerichtet und erfreut sich durch sein Konzept, aber auch seine attraktiven Rahmenbedingungen enormer Beliebtheit.

Im Augustiner-Keller traten beim Bayerisch-Böhmisch-Wettbewerb in diesem Jahr zum zweiten Mal zehn Kapellen vor die Jury – und vor das Biergarten-Publikum, das sich über das abwechslungsreiche Programm freute. Abwechslungsreich war es nämlich durchaus, was die Kapellen aus Ober- und Niederbayern sowie aus Schwaben im Gepäck hatten. Das Wettbewerbsreglement sieht nämlich vor, dass Musikstücke in verschiedenen Taktarten gespielt werden müssen, und zwar mit bayerischer ebenso wie mit böhmischer Blasmusik. Die Sieger werden in Vor- und Finalrunde ermittelt, wobei im Finale der besten fünf Kapellen der Vorrunde das Programm einige neue Stücke enthalten muss. „Das Schöne an diesem Wettbewerb ist, dass er dort stattfindet, wo die Leute sind“, strahlte im vorigen Jahr bei der Premiere im Augustiner-Keller MON-Verbandsdirigent Franz Kellerer. Auch bei den Kapellen herrschte große Freude angesichts des Wettbewerbs: Tolle Preisgelder und ein schöner Ausflugstag nach München winken den Teilnehmern.

Und auch mit diesem Wettbewerb kümmert sich der Festring München um seine Vereinsziele: Denn durch den Wettbewerb rückt das bayerische Spielgut mehr in den Blickpunkt der Blaskapellen. „Dadurch hat sich das Niveau sehr verbessert“, erklärte am Rande des diesjährigen Wettbewerbs Karl Edelmann, Spezialist und Komponist für bayerische Blasmusik – und Juror beim MON-Bayerisch-Böhmisch-Wettbewerb. „Man merkt auch, dass dieser Bereich gerade einen Aufschwung nimmt. Wenn man heute in ein Festzelt schaut, und eine Kapelle spielt eine Landlerrunde, dann ist sofort eine irrsinnige Stimmung da. Das ist natürlich toll zu sehen“, so Edelmann weiter.

Als zusätzliches „Zuckerl“ hat Karl-Heinz Knoll auch noch einen Auftritt für die Siegerkapelle auf der „Oidn Wiesn“ ausgelobt, die im Festzelt „Tradition“ an einem Sonntagvormittag aufspielen darf. In diesem Jahr waren das verdientermaßen die Oberhauser Musikanten aus dem Landkreis Weilheim-Schongau.

Im kommenden Jahr soll es beide Wettbewerbe wieder geben, so MON-Geschäftsführer Andreas Horber. Denn sie erfreuen sich großer Beliebtheit bei den Kapellen und Bläserklassen und vor allem bringen sie die bayerische Volksmusik dank der großzügigen Unterstützung durch den Festring München dahin zurück, wo sie hingehört: zu den Blaskapellen und damit zu den Leuten.

Martin Hommer